Mittwoch, 1. Februar 2012

Florida: Kein Grund zur Sorge

Bei den Vorwahlen im bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida wurde Ron Paul mit 7 % der Stimmen Vierter hinter Mitt Romney, Newt Gingrich und Rick Santorum. Im 2008 erhielt Paul in Florida 3.3 % der Stimmen und somit konnte er 4 Jahre später dieses Resultat verdoppeln.
Die Ron Paul-Kampagne hat den Bundesstaat bewusst nicht bearbeitet. Es wurden keine Reden gehalten und keine Fernseh-Werbung geschaltet. Während sich Romney und Gingrich in Florida eine Schlammschlacht lieferten und ihr Geld verpulverten (v.a. Gingrich - Romneys Kasse ist prall gefüllt) hat sich Ron Paul auf die folgenden Caucus-States Maine, Nevada und Colorado konzentriert. Wie auf Ron Paul's Facebook-Seite und auf dem Videoportal Ron Paul Flix zu sehen ist hat er in diesen Bundesstaaten massive Publikumsmassen an seine Veranstaltungen ziehen können.

Es gibt also gar keinen Grund besorgt zu sein nach den Resultaten in South Carolina und Florida. In beiden Staaten hatte Paul bereits im 2008 schlecht abgeschlossen und deshalb war auch nicht mehr zu erwarten. Zudem hat Florida aufgrund einer Strafe der republikanischen Partei (da sie die Vorwahl datumsmässig vorgezogen haben) nur 50 Delegierte für den Partei-Kovent 2012. Durch die Strategie Florida auszulassen und sich auf die kommenden Staaten zu konzentrieren ist Ron Paul nun den anderen Kandidaten immer einen Schritt voraus.

In den genannten kommenden Staaten hat Ron Paul im 2008 ausserordentlich gut abgeschlossen und zudem werden dort Caucuses abgehalten, was Ron Paul zu Gute kommt. Caucuses sind Wahlversammlungen die in der Regel 2 bis 3 Stunden dauern und bei denen die Bürger Reden halten können und anschliessend gewählt wird. Primarys sind Vorwahlen bei denen die Bürger einfach ihre Stimme abgeben und anschliessend wieder verschwinden. Meistens haben Caucuses auch eine tiefere Wahlbeteiligung als Primarys. Nicht jeder will 2 bis 3 Stunden seiner Freizeit opfern - ausser natürlich die enthusiastischen Ron Paul-Anhänger. An den Caucuses werden anschliessend auch die Delegierten für den Partei-Konvent bestimmt. Dies ist eine weitere Geheimwaffe der Ron Paul-Kampagne. Die meisten Bürger gehen nach der Abstimmung nach Hause und die Ron Paul-Fans hingegen bleiben da und melden sich freiwillig als Delegierte.

So hat Ron Paul wohl heimlich den Iowa-Caucus gewonnen. Dort haben Romney, Santorum und Paul je 7 Delegierte zu Gute. Wenn nun zum Beispiel Santorum seine Kandidatur beendet sind seine 7 Delegierte frei und können am Konvent abstimmen für wen sie wollen. Wer wird wohl diese Delegiertenstimmen erhalten wenn ein Grossteil der Delegierten Ron Paul-Anhänger sind?

Ron Paul wird bald auch in Minnesota Kampagne betreiben, der nächste Caucus-State nach Maine, Nevada und Colorado. Aus Minnesota dürfen wir gespannt sein, denn es hat dort überdurchschnittlich viele Colleges und allgemein ist die Wahlbeteiligung sehr tief. Jesse Venura wurde im Jahr 1998 als Unabhängiger zum Gouverneur von Minnesota gewählt, obwohl ihn niemand auf der Rechnung hatte. Bei den Umfragen schnitt er schlecht ab und sein Wahlsieg wurde anschliessend der hohen Wahlbeteiligung von jungen Wählern aus den Colleges zugeschrieben.

Ron Paul war bei seiner Rede zu den Florida-Resultaten auf jeden Fall sehr zuversichtlich und er brachte die Stimmung unter seinen Fans wie gewohnt zum Kochen. Die Rede wurde übrigens nicht in Florida sondern in Henderson im Bundesstaat Nevada abgehalten.

Kommentare:

  1. Das mit den Delegierten in Iowa stimmt meiner Meinung nach nicht ganz. Niemand hat irgendwelche Delegierten erhalten, sie sind "non-binding delegates". Siehe auch Reality Checky mit Ben Swann zum Thema Delegates.
    Ein weiterer Grund wieso Paul Florida ausgelassen hat ist, weil es ein "Winner-Takes-it-all" Staat ist. Gingrich hat also im Quadrat verloren, keine einzige Stimme an der Convention mehr und Millionen Dollar weniger in der Kasse. In Maine wurde Paul vor 4 Jahren 3., war also einer seiner stärkeren Staaten. Wir dürfen uns freuen...

    AntwortenLöschen
  2. Nun ja. Dies mit den Delegierten ist vielleicht ein bisschen vereinfacht. Diese werden erst an der County und dann an der State Convention zugeteilt. In den Precincts konnten die Wähler sich zur Verfügung stellen. Nun es stimmt, dass diese eigentlich wählen können wen sie wollen aber die Delegierten werden sicherlich gemassregelt. Und es ist eigentlich ehrensache, dass diese gem. dem Public Vote von Iowa wählen. Immerhin ist die USA ja auch eine Demokratie. Ich denke wenn Rick "Frothy" Santorum im Rennen bleibt bis zur Convention, dann wird er auch die Del-Stimmer aus Iowa erhalten. Aber wenn er aufhört ist es einfacher zu switchen. Die nächsten Caucuses werden interessant. Liegt einiges drin meines Erachtens...

    AntwortenLöschen